CSR: Wie selbst kleinste Unternehmen nachhaltig agieren können

  • CSR, oder in der Langform „Corporate Social Responsibility“, klingt kompliziert, ist es aber nicht. Das zeigen Beispiele von Unternehmen wie der Neunkirchner Firma „Seidl Fleischerhandwerk“. Die Österreichische Post tut es, Lenzing tut es und Heini Staudinger, der oftmals als „Schuhrebell“ aus dem Waldviertel bezeichnete Chef der Waldviertler Schuhwerkstatt, tut es auch: sie übernehmen Verantwortung – Verantwortung für das was sie tun und die Auswirkungen ihres Tuns auf Gesellschaft und Umwelt. Denn genau darum geht es letztlich, wenn der Begriff CSR (Corporate Social Responsibility) fällt. CSR ist aber nicht nur für große Unternehmen wie die Post oder den oberösterreichischen Faserhersteller Lenzing ein Thema – beide veröffentlichen übrigens einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht (siehe „Weiterführende Links“ unten) – sondern findet seinen Niederschlag längst auch bei österreichischen KMUs. Oftmals sogar ohne dass es dem entsprechenden Unternehmen im Detail bewusst ist. 

Tue Gutes und rede darüber?

  • Was aber ist CSR eigentlich genau? Nun, darüber streiten sich mitunter die Geister. Laut einer Umfrage des Zentrums für Nachhaltigkeit antwortete die Hälfte der befragten 1000 Österreicher/-innen, dass Nachhaltigkeitsprojekte in Unternehmen zumeist nur der Imagepflege dienen würden – frei nach dem Motto: „Tue Gutes und rede darüber.“ Dass Nachhaltigkeit irgendetwas mit dem Thema Umweltschutz zu tun hat, hat sich in den Köpfen der Österreicherinnen und Österreicher bereits festgesetzt. In einer Aussendung des Zentrums für Nachhaltigkeit heißt es dazu: „Bei der Frage, was Nachhaltigkeit für die Österreicherinnen und Österreicher bedeutet, bestätigte sich, dass der Begriff auch in Betrieben hauptsächlich mit Umweltschutz in Verbindung gebracht wird.“ Weit weniger bekannt ist hingegen, dass es beim Thema Nachhaltigkeit auch um Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit geht. Im bereits 2001 veröffentlichten Grünbuch der Europäischen Kommission heißt es – noch etwas hölzern – dass es sich dabei um ein Konzept handelt, „das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren.“ In einem neueren Dokument der Kommission wird das Thema dann schon etwas klarer als „die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft“ zusammengefasst. Soziale Belange und Umwelt sind also die beiden zentralen Momente in der Nachhaltigkeitsbetrachtung der EU-Kommission. Erweitert man diese beiden um das Thema Wirtschaft, so gelangt man zum Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit. Klingt einigermaßen kompliziert, ist es aber nicht. Denn mit ein wenig Nachdenken wird so manche(r) Unternehmer/-in entdecken, dass er/sie – zumindest in Teilbereichen – schon das CSR-Prinzip beherzigt. Sei es die Neulengbacher Stadtgreisslerei Brutschy, in deren Regalen sich so manches Produkt aus der Region wiederfindet, oder der fleischveredelnde Handwerksbetrieb Seidl Fleischhandwerk aus Neunkirchen in Niederösterreich, der sich der führenden österreichischen Plattform für Wirtschaft und Verantwortung (respact.at) angeschlossen hat. Auf die Frage, was CSR/Nachhaltige Entwicklung für das Unternehmen bedeutet, antwortet Seidl Fleischerhandwerk auf der respact-Internetseite: „Unser Fokus liegt vor allem auf Regionalität. Da wir Lebensmittel produzieren, ist uns vor allem der schonende Umgang mit unserem Rohstoff wichtig. Wir beziehen mehr als 80% der Rohstoffe aus der direkten Umgebung und schätzen auch den persönlichen Umgang mit unseren Bauern.“ Zum Thema welche Aktivitäten und Maßnahmen im Bereich CSR und Nachhaltigkeit gesetzt werden heißt es u.a.: „Stärkung der Region Schneeberg.Land mit der Gewinnung neuer Bauern, die nach unseren Kriterien aufzüchten. Und: Mitarbeiterentwicklung zur Beratung und Verinnerlichung, warum Regionalität und Wertschöpfung in der Region wichtig sind.“ Übrigens, die Plattform für Wirtschaft mit Verantwortung (respact.at) hat auch einen CSR-Ratgeber veröffentlicht. Titel der 20-seitigen Broschüre: „In 7 Schritten zu einer CSR-Strategie“ (siehe Link unten). Darin werden unter anderem zehn Maßnahmen genannt, die sofort und ohne geringen Aufwand umsetzbar sind, die aber in Summe große Auswirkungen haben könnten (siehe Textkasten).

CSR – Was Sie heute noch tun können

  • 1. Verwenden Sie umweltfreundliche Reinigungsmittel.
    2. Bedrucken Sie Papier doppelseitig und verwenden Sie Recyclingpapier.
    3. Fördern Sie die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter/-innen, indem Sie Obst und Fruchtsäfte zur Verfügung stellen.
    4. Bestücken Sie Ihre Beleuchtung mit Energiesparlampen.
    5. Kaufen und verwenden Sie regionale oder fair gehandelte Produkte.
    6. Schalten Sie Beleuchtung und Elektrogeräte aus, wenn Sie diese nicht benötigen.
    7. Schlagen Sie Ihren Mitarbeiter/-innen vor, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit Fahrgemeinschaften zur Arbeit zu kommen.
    8. Sie können viel Energie und Kosten sparen, indem die Raumtemperatur um wenige Grad gesenkt wird und die Heizungsanlagen regelmäßig gewartet werden.
    9. Verbessern Sie das Arbeitsklima durch gemeinschaftliche Aktivitäten.
    10. Erzählen Sie Ihrem Umfeld von Ihrem Engagement und werden Sie so zu einem Vorbild für andere.

  • (Quelle: CSR-Ratgeber von respact.at, „In 7 Schritten zu einer CSR-Strategie“)

Weiterführende Links