Frauen in Chefetagen

Quoten, Förderungen, Umsetzung: Im Gespräch mit einer Frau, die in der ersten Liga spielt.

  • Mag. Xenia Daum ist Co-Geschäftsführerin bei styria digital one GmbH, einem führenden Vermarkter für digitale Werbung. Wie auch in vielen anderen Branchen herrscht auch in diesem Sektor ein starker Männerüberhang in den Führungsetagen. Wir haben sie zu ihrem Werdegang, der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und wie sie die Rolle von Frauen in der ersten Reihe sieht, befragt.

  • Frau Mag. Daum, erzählen Sie etwas über Ihre Aufgaben und Ihren Werdegang
    Ich bin seit Februar 2017 in der Geschäftsführung der styria digital one tätig, einem Tochterunternehmen der Styria Media AG. Wir sind für die Vermarktung von digitaler Werbung unserer eigenen Plattformen, wie etwa diepresse.com, kleinezeitung.at und vielen anderen Online-Portalen zuständig.
    Hatten Sie immer das Ziel in die Geschäftsführung aufzusteigen?
    Nein, eigentlich nicht. Für mich ist der Spaß vorrangig, dass ich Aufgaben innehabe, die mich befriedigen und die ich gestalten kann. Mein Werdegang und die entsprechende Karriere waren von mir nicht so geplant. Mit einem abgeschlossenen naturwissenschaftlichem Studium bin eher durch Zufall in der Medien-/Werbebranche gelandet.
    Sie teilen sich die Geschäftsführungsagenden mit Alexis Johann. Bringt diese Geschlechter-Mischung aus Ihrer Sicht spezielle Vorteile?
    Ja, es ist definitiv vorteilhaft, zu zweit zu sein und unterschiedliche Ansichten zu diskutieren und auch manchmal gemeinsam zu einer wesentlich besseren Lösung zu kommen. Aber es sind nicht die klassischen Mann-Frau Positionen, die wir wechselseitig vertreten. Wir sind ein eingespieltes Team und nutzen die jeweiligen Stärken des anderen für das gemeinsame Ziel.
    Wie wurde Ihr beruflicher Aufstieg intern und extern aufgenommen?
    Da dies in unserem Konzern nicht unüblich ist, kann ich rückblickend keine außerordentlichen Reaktionen ausmachen. Vor 15 Jahren, bei meiner ersten Bestellung zur Geschäftsführerin, gab es allerdings noch wesentlich mehr skeptische Stimmen.
    Wie sieht es mit Karriere und Familie aus? Wie bekommen Sie alle ihre Verpflichtungen unter einen Hut?
    Die besondere Herausforderung an meinem Job ist, dass ich von zwei Standorten aus agiere, von Graz und Wien. In Wien ist der Großteil der Mannschaft und Graz kann man eher als meine Home-Base bezeichnen. Glücklicherweise habe ich große Unterstützung von meiner Familie.
    Sehen Sie in einer Teilzeitbeschäftigung einen Hinderungsgrund für das Bekleiden einer leitenden Funktion?
    Wir haben viele engagierte Frauen in Führungsrollen, die auch zum Teil in Teilzeit arbeiten. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass Mütter in Teilzeit wesentlich fokussierter und effizienter arbeiten. Außerdem ist es mit Hilfe moderner Kommunikationslösungen heute schon viel leichter auch von zu Hause seine Aufgaben zu erledigen.
    Welche Voraussetzungen muss man als Frau erfüllen, um an der Spitze bestehen zu können?
    Welche Qualifikationen gefragt sind, hängt natürlich davon ab, welche Anforderungen an die „Spitze“ gestellt werden. Aber zunächst muss eine Frau dieselben Voraussetzungen erfüllen wie ein Mann, da sehe ich keinen Unterschied. Oftmals wird von einer Frau mehr Diplomatie verlangt während dominante Männer eher als Chef akzeptiert werden.

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  • Foto: Linda Dziacek