Die Sparte Transport und Verkehr im Portrait

  • Mit mehr als 200.000 Beschäftigten stellt die Sparte Transport und Verkehr 8,8% aller Arbeitsplätze in Österreich. Arbeit finden diese bei rund 21.500 Unternehmen, die sich mit der Beförderung von Personen und Gütern befassen. Einer der prominentesten Spartenvertreter ist die Österreichische Bundesbahnen Holding (ÖBB) mit einem Jahresnettoumsatz von mehr als 5 Milliarden Euro. Auch viele KMUs tragen zum Gesamtertrag in der Höhe von 44,1 Mrd Euro bei. Die agierenden Unternehmen erfreuen sich einer positiven Wirtschaftsentwicklung. Einzig und allein der Fachkräftemangel stellt ein Problem dar.

    Die Zusammensetzung der Sparte Transport und Verkehr ist vielfältig. So befindet sich auch das Schifffahrtsgewerbe darunter. Mit rund 100 Schiffen im Personen- und Güterverkehr werden im Nah- und Fernverkehr Leistungen erbracht. Der bekannteste Branchenvertreter ist wohl die DDSG (Donaudampfschifffahrtsgesellschaft), die Personenfahrten unter anderem entlang der Donau von der Wachau über Wien bis Passau anbietet.

    Die Autobusunternehmen sind ebenso mit im Bunde. Mit 460 Millionen Passagieren im Jahr 2016 leisten sie einen großen Beitrag in der Personenbeförderung.

    Die Luftfahrt, die auch zu den Spartenmitgliedern zählt, gliedert sich in die Zweige der Ballon-, Helikopterverkehrs- sowie Flächen-Luftverkehrsunternehmen. Vor allem der letztgenannte Bereich befindet sich in einer Wachstumsphase, wovon die gesamte Luftfahrtindustrie profitiert. 75% dieser Industrie stellen KMUs dar.

    Eine gewichtige Rolle unter den Spartenvertretern nehmen die Seilbahnunternehmen ein. Was im Jahr 1926 mit der ersten österreichischen Seilbahn begann, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einer österreichischen Erfolgsgeschichte entwickelt: So leisten die 3.000 Anlagen mehr als 50 Mio Skier Days pro Jahr und gelten als DER Generaldienstleister am Berg.

    Ebenso einen Anteil leisten die Taxi- und Mietwagenunternehmen. Wie zu erwarten, weist das Bundesland Wien die höchste Taxidichte auf, gefolgt von der Steiermark, Tirol und Oberösterreich. Die niedrigste Anzahl an Fahrzeugen findet man im Burgenland und Vorarlberg. Hervorzuheben ist, dass es sich bei Mietwagen nicht – wie großteils vermutet – um den KFZ-Verleih ohne Bereitstellung eines Fahrers handelt. Vielmehr ist damit die Beförderung eines geschlossenen Teilnehmerkreises unter Beistellung eines Fahrzeugs plus Lenkers aufgrund besonderer Aufträge gemeint.

    Mit den Eisenbahnen, die sowohl im Personen- als auch Güterverkehr eingesetzt werden, befinden sich weitere gewichtige Player in dieser Runde. So wurden im vergangenen Jahr etwa 288 Mio Passagiere befördert. Betrieben wird der Großteil des Schienenverkehrs von öffentlichen Unternehmen, jedoch macht der Anteil privat geführter Eisenbahnfirmen immerhin 15% aus.

    Als weiterer Vertreter sind Speditionen zu nennen. Beflügelt durch die positive Branchenentwicklung verzeichnen sie aktuell 1.645 Mitglieder bei der Wirtschaftskammer. Mit dem Lehrberuf Speditionskaufmann/-kauffrau stellt man die mit Abstand höchste Anzahl an Lehrlingen in der Sparte Transport und Verkehr.

    Mit 380 aktiven Berufszweigmitgliedern weist die Branche Garage einen kleinen Anteil am gesamten Spartenspektrum auf. Die Betriebe haben ihre Standorte hauptsächlich in Ballungszentren, wobei Wien die höchste Dichte an Garagen aufweist. Viele der Stellplätze befinden sich in den dicht besiedelten zentralen Lagen, wo kaum weiteres Entwicklungspotenzial besteht. Neue Standorte befinden sich vor allem in Randlagen, wo der Ausbau von Park & Ride Anlagen forciert wird.

    Tankstellenunternehmen, die auch zu der Sparte Transport und Verkehr gezählt werden, stehen vor einer umfassenden Neuorientierung, die der Energiewandel mit sich bringt. Aktuell werden unterschiedliche Konzepte erarbeitet, um sich den zukünftigen Anforderungen und Bedürfnissen zu stellen. Über die vergangenen Jahre wurde bereits eine Weiterentwicklung vom reinen Treibstoffverkauf hin zum Angebot von anderen Produkten und Dienstleistungen umgesetzt. Viele der rund 2.600 Tankstellenstandorte bieten Lebensmittel, Tabakwaren und Zeitschriften an.

    Fahrschulen rangieren gleichfalls unter den Spartenteilnehmern. Diese Branche kämpft mit schwierigen Rahmenbedingungen und weist sinkende Beschäftigungszahlen in den vergangenen Jahren auf. Der Anteil an unselbständig Beschäftigten ist mit 1.872 Personen unbedeutend. Damit befinden sich diese Unternehmen an vorletzter Stelle im Branchenranking.

    Als letztes Spartenmitglied sei die Straßengüterbeförderung erwähnt. Mit gut 67.000 unselbständig Beschäftigten gilt sie als der größte Arbeitgeber innerhalb der Sparte. Auch bei den aktiven Mitgliedern (11.082) und dem Produktionswert (4,2 Mrd) liegt der Fachverband an der Spitze.

Fact Box

    • 200.000 Beschäftigte
    • 35.000 Mitglieder
    • 44,1 Mrd. Euro Gesamtertrag im Jahr 2016
    • 2.648 Lehrlinge
    • Fachverbände: Schifffahrt, Autobus, Luftfahrt, Seilbahnen, Taxi- und Mietwagen, Eisenbahnen, Speditionen, Garagen, Tankstellen, Fahrschulen, Straßengüterbeförderung.

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