Aushilfenregelung

  • Viele Unternehmen stehen regelmäßig saisonbedingt vor großen personellen Herausforderungen. Mit dem EU-Abgabenänderungsgesetz 2016 wurde eine vorerst für die Jahre 2017 bis 2019 befristete Steuerausnahme für Aushilfskräfte geschaffen, die es Unternehmen – insbesondere in der Hotellerie, Gastronomie und anderen Dienstleistungsbranchen – erleichtern soll, für Spitzenzeiten ausreichend Aushilfen zu finden und auf der anderen Seite die Aushilfstätigkeit für jene Personen attraktiver zu machen, die bereits eine vollversicherte Beschäftigung ausüben.

    Seit 1.1.2017 können Aushilfen unter folgenden Voraussetzungen abgabenfrei beschäftigt werden:

    • Geringfügige Beschäftigung: die begünstigte Aushilfe bezieht ein Entgelt bis maximal zur Geringfügigkeitsgrenze (2017: € 425,70 im Kalendermonat).
    • Die Aushilfskraft ist aufgrund einer selbständigen oder unselbständigen Erwerbstätigkeit bereits vollversichert (Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung). Das vollversicherte Dienstverhältnis darf nicht mit jenem Arbeitgeber bestehen, bei dem die Tätigkeit als Aushilfskraft erfolgt.
    • Der Dienstgeber beschäftigt an maximal 18 Tagen im Kalenderjahr steuerfreie Aushilfskräfte. Dabei ist es nicht relevant, wie viele Aushilfen der Dienstgeber an einem einzelnen Tag beschäftigt.
    • Der Dienstnehmer ist in Summe an maximal 18 Tagen im Kalenderjahr als steuerfreie Aushilfe beschäftigt. Auf wie viele Dienstgeber sich die 18 Tage verteilen ist dabei unerheblich. Der Dienstnehmer ist verpflichtet, den Dienstgeber zu informieren, wenn und wie viele Tage er im laufenden Kalenderjahr bereits bei einem anderen Dienstgeber als begünstigte Aushilfe tätig war.
    • Die Beschäftigung der Aushilfskraft dient ausschließlich dazu, einen zeitlich begrenzten zusätzlichen Arbeitsanfall zu decken, der den regulären Betriebsablauf überschreitet oder den Ausfall einer Arbeitskraft zu ersetzen.

    Werden sämtliche Kriterien erfüllt, so hat der Arbeitgeber für diese Personen weder Lohnsteuer, Kommunalsteuer, Dienstgeberbeitrag (DB) noch Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag (DZ) zu leisten. Es besteht allerdings weiterhin die Verpflichtung einen Lohnzettel zu übermitteln.

    Wird hingegen eine der Voraussetzungen für die Steuerbefreiung nicht erfüllt, steht die Begünstigung grundsätzlich von Beginn an nicht zu. Hinsichtlich der Grenze von 18 Tagen im Kalenderjahr sind – bei Vorliegen der übrigen Voraussetzungen – Besonderheiten zu beachten. So gilt etwa bei Überschreiten der Grenze von 18 Tagen durch den Arbeitgeber, dass die Begünstigung ab Beginn der Beschäftigung jener Aushilfskraft, bei der die Grenze überschritten wird, nicht zusteht. Überschreitet eine Aushilfskraft die Grenze von 18 Tagen, so steht die Begünstigung ebenso ab Beginn des Beschäftigungsverhältnisses, bei dem die Grenze überschritten wird, nicht zu.

Beispiele

  • Beispiel 1: Der Arbeitgeber X beschäftigt zwei Aushilfskräfte. Von Jänner bis August Aushilfskraft 1 (9 Tage) und von September bis Dezember Aushilfskraft 2 (10 Tage). Der Arbeitgeber kann die Aushilfskraft 1 steuerfrei abrechnen. Die Aushilfskraft 2 darf hingegen nicht steuerfrei abgerechnet werden.

    Beispiel 2: Der Arbeitgeber Z beschäftigt für 4 Tage eine Aushilfskraft, die bereits bei Arbeitgeber Y für 15 Tage beschäftigt war. Der Arbeitgeber Z muss die Aushilfskraft für alle 4 Tage steuerpflichtig abrechnen.

Sozialversicherung

  • Die sozialversicherungsrechtlichen Anpassungen für begünstigte Aushilfen, die die oben angeführten Voraussetzungen erfüllen, treten erst mit 1.1.2018 in Kraft und sind bis Ende 2020 befristet. Zur Entlastung der Dienstgeber werden die Beiträge zur Unfallversicherung dann aus Mitteln der Unfallversicherung getragen und sind nicht mehr wie noch 2017 vom Dienstgeber abzuführen. Dafür müssen ab 2018 die Dienstgeber den pauschalen Dienstnehmerbeitrag und die Arbeiterkammerumlage für ihre temporären Aushilfen einbehalten und an die Krankenkasse zahlen.

    Bitte bedenken Sie, dass in der Praxis jeder Fall letztlich – gerade in dieser komplexen Materie – ein Einzelfall ist, der auch individuell zu beurteilen ist.

  • Autorenhinweis

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