Vorsteuerabzug E-Autos

  • Seit der Steuerreform 2015/16 kann man für PKW mit einem CO2-Emissionswert von 0 Gramm pro Kilometer (also reine Elektroautos), deren Anschaffungskosten maximal € 40.000 betragen, grundsätzlich die volle Vorsteuer geltend machen. Allerdings ist beim Kauf eines gebrauchten Elektroautos zu beachten, dass für die relevante Anschaffungskostengrenze auf den ursprünglichen Neupreis bei Erstzulassung abzustellen ist!

    Unabhängig vom Ausmaß der betrieblichen Verwendung gehören Personenkraftwagen (PKW), Kombinationskraftwagen (Kombi) und Krafträder umsatzsteuerlich nicht zum Unternehmen. Daraus folgt, dass Vorsteuern im Zusammenhang mit Anschaffung, Miete oder Betrieb solcher Fahrzeuge nicht abgezogen werden dürfen.

    Vom Vorsteuerabzugsverbot nicht betroffen sind z.B. Fahrschul- und Vorführkraftfahrzeuge, Kraftfahrzeuge, die zu 80 % der gewerblichen Personenbeförderung oder gewerblichen Vermietung dienen, Kleinlastkraftwagen und Kleinbusse sowie – wie bereits eingangs erwähnt – seit 1.1.2016 auch PKW und Kombi mit 0 Gramm CO2-Ausstoß.

    Für den Vorsteuerabzug ist weiters die ertragsteuerliche Angemessenheitsgrenze bei der Anschaffung von PKWs zu beachten. Die Angemessenheitsgrenze beträgt derzeit € 40.000 (inkl. USt).

    • Übersteigen die Anschaffungskosten € 40.000 nicht, steht der Vorsteuerabzug nach den allgemeinen Vorschriften uneingeschränkt zu.
    • Übersteigen die Anschaffungskosten die Angemessenheitsgrenze um mehr als 100 %, d.h. sie sind höher als € 80.000, steht kein Vorsteuerabzug zu.
    • Betragen die Anschaffungskosten zwischen € 40.000 und € 80.000, muss für den Kostenanteil, der € 40.000 übersteigt, ein Eigenverbrauch versteuert werden.
    • Laut BMF (UStR-Wartungserlass 2016) fließt eine etwaige Förderung iZm der Anschaffung eines CO2-freien PKWs nicht in die Beurteilung der für den Vorsteuerabzug relevanten Anschaffungskosten ein.
      Beispiel: Ein E-Auto wird um 85.000 Euro brutto angeschafft. Das Bundesland X gewährt eine Förderung von € 7.000. Die Beurteilung hinsichtlich Angemessenheitsgrenze erfolgt jedoch weiterhin aufgrund des Kaufpreises von € 85.000. Das Kfz ist somit zur Gänze vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen!

    Bei gebrauchten E-Fahrzeugen ist zu beachten, dass sich laut BMF-Auskunft die genannten Beträge nicht auf den in der Rechnung ausgewiesenen Kaufpreis beziehen, sondern auf jenen Neupreis, der zum Zeitpunkt der Erstzulassung relevant ist! Diese Regelung gilt jedoch nicht mehr für Gebrauchtfahrzeuge, die älter als fünf Jahre sind: bei solchen Fahrzeugen sind die tatsächlichen Anschaffungskosten laut Rechnung maßgeblich.

    Tipp: Nach Ansicht des BMF kann bei in Vorjahren angeschafften Elektroautos eine positive Vorsteuerberichtigung für ab dem Jahr 2016 noch verbleibende Jahresfünftel vorgenommen werden! Eine (allfällige) Berichtigung ist aber nur innerhalb der vier auf das Jahr der erstmaligen Verwendung folgenden Kalenderjahre (jeweils jährlich) vorzunehmen.

  • Autorenhinweis

    Kritik, Fragen, Hinweise oder Diskussionen zu diesem Beitrag gerne an:
    LBG Österreich GmbH Wirtschaftsprüfung & Steuerberatung
    Tel: +43/1/53105-1720 www.lbg.at

    E-Mail an LBG senden